CUMERNUSTAG

Ein Feiertag, den es nie gab, wird wieder zum Leben erweckt.
Ein Fest, das die Selbstermächtigung einer Frau feiert, der über Nacht ein Bart gewachsen ist.
Bei dem Opfer gebracht werden und Blutwurst gegessen wird.
Ein Feiertag zur lustvollen Überwindung von Geschlechterungleichheit und Repression.

hier beghint die legende van die reyne maghet sinte ontcommer.
(hier beginnt die Legende der reinen Jungfrau Sankt Cumernus.)

Ausgehend von der Sage der Heiligen Kümmernis wurde ein Feiertag konzipiert. Gefeiert wird die Eigenermächtigung der Heiligen Kümmernis, der über Nacht ein Bart gewachsen ist, um ihrer Zwangsverheiratung zu entgehen. Eine Frau, die mit Willenskraft und Magie für den Anspruch auf ihre eigene Sexualität und ihren freien Willen einsteht.

Die Sage durch einen fiktiven Feiertag künstlerisch aufzuarbeiten, entwickelte sich durch die Reflexion der Etablierung von Geschlechterrollen im ländlich-österreichischen Kontext, in welchem ich selbst aufgewachsen bin. Das Verständnis, dass Männer aktive Handlungsträger sind, was Frauen in eine passive Rolle drängt, wird durch Zeremonien in förmlicher Abhandlung wiederholt vorgeführt.
Dieser gesellschaftlich etablierten Rollenbildung wird mit dem CUMERNUSTAG versucht, etwas entgegenzuhalten.
Ein Feiertag, der öffentlich den Handlungsanspruch der Frau zelebriert und somit auch zur weiteren Färbung des Rollenverständnissen beitragen kann.